Blaze Foley, ein Außenseiter, der zur Legende wurde

Poet - Songwriter - Musiker (1949-1989)

Das Buch erzählt die tragische Geschichte eines Singer/Songwriters, der in den 1980er Jahren ein Teil der Musikszene von Austin, Texas, war. Zu seinen Freunden gehörten Musikgrößen wie Townes van Zandt, Calvin Russell, Gurf Morlix und Lucinda Williams, um nur einige zu nennen. Leider erschien zu seinen Lebzeiten nie ein Album von ihm, da die Masterbänder seiner ersten Plattenaufnahmen aus seinem Auto gestohlen wurden, die zweiten beschlagnahmte das FBI und bei seinem dritten Versuch, ein Album aufzunehmen, gingen die Bänder im Aufnahme-Studio verloren. So erschienen die ersten Alben von ihm erst zehn Jahre nach seinem Tod.

 

Dennoch hat Blaze Foley in den USA den Status einer Legende. Er war ein unangepasster Charakter, ein Außenseiter, oft auch obdachlos. Er belagerte die Sofas seiner Freunde, bis sie ihn hinausschmissen, oder er schlief in den Clubs unter Billardtischen. Er ging nie einer geregelten Arbeit nach, da er sein ganzes Leben der Musik widmete. Duct-Tape, das seine Kleidung schmückte und auch sonst so einiges zusammenhielt, wurde sein Markenzeichen. Sein Mitgefühl galt den armen Seelen, die wie er, am Rande der Gesellschaft leben. Er verabscheute Ungerechtigkeiten und wenn er solche mitbekam, machte es ihn wütend. Und gerade seine Hilfsbereitschaft wurde ihm am 1. Februar 1989 zum Verhängnis, als ein Schuss aus einem Gewehr seinem Leben ein Ende setzte.

 


Nur wenn man die Erinnerung an Menschen wach hält, können sie zur Legende werden.

 

  • Seine Freunde ehrten sein Andenken mit vier Tribute- Alben.
  • Kevin Triplett veröffentlichte den  Blaze Foley-Dokumentarfilm „Duct Tape Messiah“.
  • Gurf Morlix nahm ein Album mit Blaze Foley-Songs auf.
  • Sybil Rosen erzählt über ihr Leben mit Blaze in dem Buch „Living in the Woods in a Tree“.
  • Ethan Hawkes Film-Biografie „Blaze“ feierte am 21. Januar 2018 beim „Sundance Film Festival“ in Park City, Utah, ihre Weltpremiere.

 



Über die Entstehung des Buches

Unsere erste Begegnung mit Blaze Foley war eher unspektakulär. Wir sahen ein Musikvideo, in dem ein schnauzbärtiger Unbekannter zusammen mit Townes van Zandt „Snowing on Raton“ sang.

Blaze Foley kannten wir bis dahin noch nicht und wir wurden neugierig,  wer er ist, da uns gut gefiel, was wir von ihm gehört und gesehen hatten. Wir fanden heraus, dass er 1989 auf tragische Weise ums Leben gekommen ist und dass es hier in Deutschland nur sehr wenige Informationen über ihn gibt. So gut wie niemand, den wir fragten, kannte ihn. Wir versuchten über das Internet, mehr über ihn zu erfahren und kamen so in Kontakt mit Blazes alten Weggefährten. Einer von ihnen war John Casner, der uns sein umfangreiches Blaze-Archiv digital zur Verfügung stellte. Im Laufe der Zeit wuchs unsere Sammlung von allen möglichen Texten, die wir über Blaze fanden. Viele dieser Veröffentlichungen ähneln sich jedoch sehr in ihrem Inhalt. Je mehr wir über Blaze erfuhren, desto mehr wollten wir über ihn wissen. Seine Lebensgeschichte und seine Musik fesselten uns. Wir besorgten uns alle verfügbaren Alben und Tribute-Alben von ihm und entdeckten seine Songs immer wieder neu. Nachdem wir nun sehr viele Informationen über Blaze gesammelt hatten, beschlossen wir, alles in einem Buch zusammenzufassen, um auch hier in Deutschland die Erinnerung an Blaze wach zu halten. Das war der Zeitpunkt, als Blaze „bei uns einzog“. Von nun an wurde er ein Teil unseres Lebens. Es scheint so, als hätte Blaze immer noch die Fähigkeit, Menschen in seinen Bann zu ziehen.

Als wir erfuhren, dass Barbara K und David Waddell, die beide Freunde von Blaze gewesen waren, in Deutschland leben, nahmen wir Kontakt mit ihnen auf. Beide erzählten uns über Blaze, so, wie sie ihn erlebt hatten. 

Das war für uns eine ganz spannende Sache, da wir bis dahin unsere ganzen Informationen aus alten Presseartikeln hatten.

Im Laufe der Zeit lernten wir immer mehr Leute aus Blazes Umfeld kennen und jeder hatte etwas zu erzählen. Sehr beeindruckend fanden wir die Geschichte von Kevin Triplett über die Entstehung des Dokumentarfilms „Duct Tape Messiah“. In vielen Dingen, die Kevin erlebt hat, fanden wir uns wieder. Es war für uns eine sehr ereignisreiche Zeit, in der wir viele Menschen kennenlernten und tief berührt über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft waren, die wir erlebten. Es ist ein schönes Gefühl, dass seine Musik Menschen über so viele Grenzen hinweg verbindet.

Bei unserer „Zeitreise“ auf Blazes Spuren wurde uns klar, dass Legenden nur dann leben, wenn andere an sie erinnern. 

Schade, dass es uns leider nicht vergönnt war, Blaze persönlich kennenzulernen.

Carmen und Kai Nees